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Mittwoch, 23 März 2022 15:20

Zeitarbeit im Wandel und besser als ihr Ruf | Geschichte & Vorteile

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Seit 1982 befindet sich die Zeitarbeit im Wandel. Der gesetzliche Rahmen wurde immer arbeitnehmerfreundlicher und das hat den Boden für das neue Bild der Zeitarbeit bereitet. 

Zeitarbeit: was hat sich seit 1982 geändert?

Die Zeitarbeit ist nicht mehr die, die sie vor 5, 10 oder 20 Jahren einmal war. Seit mehr als 40 Jahren haben sich die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geändert. Arbeitnehmer gehen in der Zeitarbeit einer vollwertigen und sozialversicherungspflichten Beschäftigung nach und genießen die gleichen Reche wie regulär Beschäftigte.

Was hat sich geändert?

Seit 1982 hat der deutsche Gesetzgeber kontinuierlich für den besseren Schutz von Zeitarbeitnehmern gearbeitet:

  • Es gelten verbindliche und transparente Tarifverträge, die nach festen Entgeltgruppen das Gehalt bestimmen.
  • In den Tarifverträgen sind ebenfalls Jahressonderzahlungen verankert wie Urlaubs- und Weihnachtgeld sowie steigende Urlaubsansprüche.
  • Das Equal-Pay-Gesetz (im AÜG) sorgt dafür, dass Zeitarbeitnehmer nach 9 Monaten den gleichen Lohn erhalten wie festangestellte Kollegen.
  • Mit der Höchstüberlassungsdauer soll der Wechsel in die Festanstellung unterstützt werden.
  • Kettenverleih oder -überlassung wurde verboten, um Missbrauch zu verhindern.
  • Zeitarbeitsagenturen werden regelmäßig durch die Bundesagentur für Arbeit und die Zollverwaltung kontrolliert.
  • Auch für Zeitarbeitnehmer kann Kurzarbeitergeld beantragt werden.

Die gesetzlichen Änderungen haben die Weichen für ein neues Arbeiten und ein neues Verständnis für Zeitarbeit gestellt. Wie denken Zeitarbeitnehmer über ihre Branche?

 

Zeitarbeit. Neu gedacht.

Die heutige Zeitarbeit ist spannend, vielseitig und herausfordernd. Zeitarbeitnehmer können ihre Aufgaben eigenverantwortlich umsetzen und die meisten Zeitarbeiter sind mit ihrer Beschäftigungssituation zufrieden. Auch immer mehr hochqualifizierte Fachkräfte sehen in der Zeitarbeit die Chance für zusätzliche Karrierechancen.

 

Zeitarbeit ist langweilig, monoton und einfach!

Das sehen Zeitarbeitnehmer anders: die meisten beurteilen ihre Tätigkeiten als spannend, vielfältig und herausfordernd. Hier scheint sich ein wesentlicher Vorteil der Zeitarbeit zu bestätigen: durch unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten bei verschiedenen Unternehmen sammeln Zeitarbeitnehmer viel schneller als regulär Beschäftigte Berufserfahrung und lernen neue und andere Arbeitsmethoden kennen.

 

Zeitarbeit ist nur etwas für Helfer und Geringqualifizierte

Die meisten Arbeitskräfte in der Zeitarbeit sind in der Produktion für Helfertätigkeiten (37%) angestellt. Doch diese Dynamik ändert sich: der Anteil von Zeitarbeitern in der Produktion ist seit langem rückläufig. Dafür wächst der Sektor der wirtschaftlichen Dienstleistungsberufe (36%) wie dem Lager- und Transportbereich an. Aber auch der personenbezogene Bereich – Gastgewerbe und Pflege– sowie der kaufmännische Sektor bieten Einsatzmöglichkeiten für Fachkräfte.

35% der Zeitarbeitskräfte sind als Fachkraft tätig. Denn die Zeitarbeit bietet hochqualifizierten Arbeitnehmern gute Chancen und zusätzliche Karrierechancen.

Für viele ist die Zeitarbeit auch eine sichere Alternative zur Selbstständigkeit.

 

Zeitarbeit ist unsicher und man wird schnell arbeitslos

Hier spricht die Realität eine andere Sprache: für die meisten Zeitarbeitnehmer ist die Zeitarbeit der Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. Zeitarbeitnehmer schätzen zudem die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Ein weiterer wichtiger Punkt: den meisten Zeitarbeitern gelingt der Sprung in die reguläre Beschäftigung in Festanstellung.

75% der Zeitarbeitnehmer sind nach einem Jahr nach Eintritt in die Zeitarbeit weiterhin sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Von den Zeitarbeitnehmern, die ihre Beschäftigung niederlegen, sind nach 30 Tagen 33% wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt – aber nicht mehr in der Zeitarbeitsbranche.

Das macht deutlich, dass die Zeitarbeit für sehr viele Arbeitnehmer eine ganz konkrete Chance ist, Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen und sich darüber hinaus dort fest zu etablieren.

 

Warum entscheiden sich Arbeitnehmer für die Zeitarbeit?

Für die meisten Zeitarbeiter war der Eintritt in die Branche eher ein Zufall. Doch die meisten Arbeitnehmer bewegt der Wunsch, in eine Festanstellung übernommen zu werden. Viele Zeitarbeiter gehen auch in die Branche, um die Lücke zwischen zwei Beschäftigungsverhältnissen zu überbrücken.

 

Zeitarbeit ist besser als ihr Ruf

Die meisten Zeitarbeiter haben vor ihrem Eintritt in die Branche Bedenken und Sorgen:

  • Angst, schlechter gestellt zu sein gegenüber regulär Festangestellten
  • Sorge vor finanzieller Unsicherheit
  • Bedenken, als Mitarbeiter zweiter Klasse zu gelten

Doch im Arbeitsalltag angekommen, erwies sich die Zeitarbeit besser als ihr Ruf. Die anfänglichen Bedenken konnten sich nicht oder nur teilweise bestätigen.

Die Zeitarbeit bietet nicht nur Unternehmen mehr Flexibilität und Planungssicherheit, sondern auch den Beschäftigten. Die Branche entwickelt sich weiter, der Bedarf an gut ausgebildeten Zeitarbeitnehmern wächst und damit auch die Einsatz- und Karrieremöglichkeiten.

Gelesen 958 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 11 August 2022 12:36

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